„Are you NUTS?“ wird der schüchterne Joel Barish (Jim Carrey) unvermittelt gefragt. „It’s been suggested.“ antwortet er etwas verlegen. Es ist ein seltsamer Tag für den jungen Mann: am Morgen des Valentinstags erwacht Joel benommen in seinem Bett und macht sich wie üblich auf den Weg zur Arbeit. Plötzlich entschließt er sich jedoch, blau zu machen und einen Zug in eine völlig andere Richtung zu nehmen.

Von seinem untypischen Verhalten ist der einsame Single selbst überrascht. Allerdings hat er nicht viel Zeit, darüber nachzudenken – er trifft auf eine junge Frau, zu der er sich sofort hingezogen fühlt. Auch die Dame – Clementine (Kate Winslet) – scheint nicht abgeneigt. Und so entwickelt sich rasch eine innige Bindung zwischen den beiden.

 

Es gibt nur wenige wirklich gute Liebesfilme. Es gibt nur wenige wirklich gute Mind-Fuck-Filme. Es gibt nur wenige wirklich gute Dramen. Es gibt nur wenige Filme, in denen Jim Carrey sein großes Talent als Charakterdarsteller unter Beweis stellen kann. Und es gibt nur wenige Filme, bei denen der kongeniale Charlie Kaufman als Drehbuchautor agieren darf. Aber glücklicherweise gibt es „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ (deutsch „Vergiss mein nicht!“). Dieser Film ist so schön, dass es fast wehtut.

 

Der französische oscarprämierte Film-, Werbespot- und Musikvideo-Regisseur Michel Gondry ist für seine abgefahrenen Filme wie „Human Nature“ und „Science of Sleep“ bekannt. 2004 gelang ihm in Zusammenarbeit mit dem Virtuosen Charlie Kaufman ein absoluter Geniestreich – dafür sprechen nicht nur die enormen Eispielergebnisse und die zahlreichen Auszeichnungen. Der Erfolg ist jedoch nicht nur auf die ausgeklügelte Story und den absolut stimmigen Soundtrack zurückzuführen; auch der Cast ist mehr als überzeugend. Neben dem charismatischen Jim Carrey und der bezaubernden Kate Winslet sind auch Kirsten Dunst, Elijah Wood und Mark Ruffalo zu sehen.

 

Die herzzerreißende und aberwitzige Tragikomödie übersteigt die menschliche Vorstellungskraft, ohne die Zuschauer zu überfordern. Kaufmans Methoden Ungewissheit, Spannung und Desorientierung zu erzeugen, scheinen unerschöpflich. Gezielt blendet er das Publikum mit nicht-linearen Erzählstrukturen, unzuverlässigen, sporadischen Informationen zu den Charakteren und radikalen sowie ungeahnten Wendungen.

Das Publikum wird auf eine brutal-schöne und rührende Weise mit dem philosophischen Liebesdiskurs konfrontiert und danach völlig perplex im Ungewissen gelassen. Trotzdem bleibt die Handlung authentisch, denn die Wahrheit ist stets genauso absurd wie schmerzhaft. Ein nahezu unvergleichbares Filmerlebnis – dafür wurde das Kino erfunden.

Hier gibt es den Trailer zum Film: