„Tell me to let it be, tell me to forget about it.“ bittet Brendan (Joseph Gordon-Levitt) seinen Kumpel, obwohl er genau weiß, dass er es nicht einhalten wird. Nachdem Brandans Freundin Emily (Emilie de Ravin) Schluss gemacht und sich der Clique des größten Drogendealers der Stadt Pin (Lukas Haas) angeschlossen hat, ist sie plötzlich verschwunden. Von alten Gefühlen verfolgt, betrachtet Brendan es als seinen persönlichen Auftrag, herauszufinden, was passiert ist.

Schon bald taucht die Leiche seiner Ex-Freundin auf. Das spornt ihn jedoch nur noch mehr an, den Mörder zu entlarven und den Drogenring zu sprengen. Er schleust sich selbst in den Inner Circle, um den Mordfall aufzuklären. Dabei gerät er nicht nur ein mal in riskante Situationen.

Die gesamte Handlung des Films findet nicht etwa in einer Detektivkanzlei oder Polizeistation statt, sondern an typischen Teeniefilm-Plätzen (High-School, Hausparties etc.) statt. Alle Protagonisten sind Schüler. Das wird dem Zuschauer auf extrem amüsante Weise vor die Augen geführt. Beispielsweise durch das Auftauchen von Elternteilen, durch welches sich das komplette Verhalten der Gangster schlagartig ändert. Das Ganze ist wie ein ungewöhnliches Theaterstück mit klassischer Film-Noir-Atmosphäre aufgebaut. Durchgehend wird dem Zuschauer übertriebene Coolness präsentiert. Ein gekonnter Schlagabtausch folgt dem Nächsten. Die Darsteller hatten sogar die Anweisung, das Schauspiel zu überspitzen, um nicht ganz echt zu wirken. Dadurch entstand eine stilistisch ganz besondere Kriminalgeschichte, die den Zuschauer bis zur Schlusssequenz fesselt.

„Brick“ erschien 2005 als erster Film von Regisseur Rian Johnson. Da dieser kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hatte, musste er das gesamte Material zu Hause auf seinem eigenen Computer schneiden. Dabei ist ein kleines, dezentes Meisterwerk herausgekommen, das sowohl Fans von Romanzen als auch von Thrillern in seinen Bann zieht. Die Inszenierung überzeugt durch die angenehme Balance zwischen nervenaufreibenden und ruhigen Szenen. Ganz besonders originell sind jedoch die skurrilen Gestalten des Films, die durch ihre Vielschichtigkeit und Eigentümlichkeit beeindrucken.

Es wäre wohl vermessen, zu sagen, dass der Film an Hitchcocks Meisterstücke erinnert. Aber er geht auf seine eigene moderne und ausgefallene Weise in eine ähnliche Richtung – inklusive der fulminanten Endszenen. Durch seine stilvolle, artifizielle Machart und den kühlen, lakonischen Zynismus schafft „Brick“ eine Art minimalistische Reizüberflutung – ein Film als Kunstform mit einem überragenden Joseph Gordon-Levitt in der Hauptrolle.

Hier gibt es den Trailer zum Film: