Endlich ist wieder die Zeit im Jahr gekommen in denen sich viele kleine Dörfchen in ganz Deutschland für ein Wochenende wieder besonders hübsch machen. Es kommen ja schließlich viele Leute angereist um drei oder mehr Tage auf dem Festivalgelände nebenan ihre Lieblingskünstler zu bestaunen, neue Artists zu entdecken und die Nächte in Tagen zu verwandeln. Falls sich Omi Gertrude am Samstag im Supermarkt in Gräfenhainichen gewundert hat, warum so viele junge Leute mit komischen Hüten Palettenweise Dosenbier einkaufen, lag das daran, dass sich das Splash! Festival zum 19. Mal gejährt und tausende Hip-Hop Fans aus vielen Ländern angezogen hat.

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Der Freitag - Energy!

Nach der Preparty am Donnerstag, wo bereits früh angereiste Gäste in den Genuss der Shows von Größen wie der 187 Strassenbande oder den Flatbush Zombies kamen, trudelte unser Team von Pop10 am Freitag am Festivalgelände ein. Neben ersten etwas müden Gesichtern der bereits am Donnerstag angereisten Fans tummelten sich Freitag wie jedes Jahr um diese Zeit wieder vor Partymotivation nur so strahlende Menschen, die freudig gespannt ihrem Anfang der Riesenparty entgegen fieberten. Um 15 Uhr am Freitag öffnete Ferropolis seine Tore und gewährte den Besuchern bis zum nächsten morgen Eintritt. Während es die beiden Hip-Hop Urgesteine Falk Schacht und Staiger im Grenada Floor bei einem Talk noch ruhig haben angehen lassen, ging es auf den anderen Bühnen bereits mit energiereicher Livemusik los. Wer schon mal Tracks von Future, ILoveMakonnen, Gucci Mane oder anderen amerikanischen Rapgrößen gehört hat, hat ganz sicher einem Beat von Sonny Digital gelauscht. Fans seiner Musik sammelten sich am Freitag vor der Aruba Stage, um mit ihm zusammen seine produzierten Tracks zu feiern. Es war wirklich eine große Party, in der alle Songs textsicher vom Publikum im Chor mitgerappt wurde. Oder gegröhlt, je nach persönlicher Auffassung. Fanliebe pur! Sonny gab diese Liebe seinen Fans  zurück, indem er sich für jeden, der wollte, Zeit nahm und mit einen kleinen Smalltalk samt Selfie Lächeln auf die Gesichter seiner Fans zauberte.

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Der Abend nimmt seinen Lauf und bei mäßigem Wetter samt kleinen Regenschauern halten sich so langsam ziemlich alle Besucher auf dem Festivalgelände. Traffic Pur! Wer hier nicht mindestens einmal seine Freunde verliert, weil er sich  kurz in das süße Mädchen am Handbrotstand verguckt hat, muss ein Multitaskingtalent sondergleichen sein. Nach unserem ersten besuchten Konzert hieß es erst mal Energie auftanken und einer der Leckereien an einem der vielen Essensstände ausprobieren. Samt Essen und guter Laune bestaunten und belachten wir die Liveshow von SSIO, dem man ein gewisses Talent für Comedy auf keinen Fall abstreiten sollte. Er ließ sogar einige seiner Fans mit auf die Bühne kommen, um mit ihren Tanzeinlagen die Show zu versüßen. Kurz danach herrschte die nächsten 3 Stunden internationaler Flair an der Aruba Stage, auf der der Stockholmer Yung Lean und der Londoner Skepta zwei energiereiche Gigs ablieferten. Yung Lean und sein Homie und Produzent Bladee ließen die Herzen aller Fans höher schlagen, als sie neben dem neuen Album auch altbekannte Hits spielte. Das Spielen der Lieblingstracks der Fans führte zu euphorisierten Schreien und wilden Tanzeinlagen im Publikum. Skepta legte anschließend noch mal einiges drauf und ließ seine Fans noch wilder zappeln und tanzen als Lean vor ihm. Spätestens bei seinem Superhit Shutdown hielt es keinen der Besucher mehr ruhig und die Energie war beinah greifbar. Wer vor diesem Wochenende noch nicht wusste was ein Moshpit ist, war nach dieser Show eines besseren belehrt. Diese Kreise, die den Anfang einer wilden aber friedlichen rumruderei und schubserei einleiten, sollten noch sehr oft am letzten Wochenende in den Reihen der Crowds gezogen werden. Nicht ohne Grund waren selbst oft die Künstler über die Energie des Publikums erstaunt und begeistert. Also noch. Am Freitag waren ja noch alle fit. Doch wie sah es die anderen Tage aus?

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