Monat für Monat veröffentlichen wir unsere Favorit10-Liste und teilen sie mit euch.
Ein Quasi-Mixtape für Musikfans von Musikfans. Jede Woche kommen zwei Bands dazu, die wir euch auch ausführlich in der aktuellen Pop10 TV-Ausgabe vorstellen.
Oben drauf packt die Redaktion noch 2 Extranummern und fertig ist das virtuelle Mixtape. Von uns, für euch.

Cloud Control – Scar

Zu Anfang folgen wir einem Tramper durch die wunderschöne Ödnis und sehen ihm dabei zu, wie er immer mehr der Magie der Natur verfällt. Zivilisation und Schnelligkeit entfernen sich hier so schnell von dem jungen Individuum, dass man diese psychodelische Reise wohl als sinnsuchend beschreiben kann. Ist es bei jungen Menschen ja schon ein Standart, die eigene Person in den entferntesten Ecken dieser Welt zu suchen, versucht sich “Scar” aber auch gleichzeitig an einer kritischen Betrachtung der geographischen und mentalen Flucht.

Der Hauptcharakter gibt sich hier der Einsamkeit hin und ist auf der unentwegten Suche nach den Narben des Lebens, die ihm seine eigentliche Bürgerlichkeit seiner Meinung nach nicht zu erlauben scheinen. Ob der Wunsch nach Wunden und Erfahrungen nicht aber auch zu gezwungen ausgelöst werden kann, ist eine Überlegung, mit der sich auch Cloud Control auseinandersetzen wollen. Fantastische Bilder, mehr Layer als Anfangs erwartet und mit einem Hang zum Aufgesetzten präsentiert sich unser Musikvideo der Woche.

Und hier gibt Maurice seine Gefühle und Ansichten bei detektor.fm in Audioform zu “Scar” zum Besten.
Band: Cloud Control
Song: Scar
Album: Dream Cave
Regie: Neil Krug
Was sieht man: Wandern im idyllischen Nichts.

Haim- The Wire

Die drei Schwestern Danielle, Alana und Este von der Familienband Haim sind kaltherzige Miststücke, die auf den Gefühlen ihrer jeweiligen Lausbuben rumtrampeln. Zumindest vermittelt ihr neues Video zu “The Wire” genau diese Einschätzung.

Das sie in Wirklichkeit wahrscheinlich auch nur suburbane Mädchen mit normal gemeinen Intentionen sind, muss man sich hier durchgehend einreden, damit man nicht den Glauben an die tollste Band 2013 verliert.

“The Wire” ist unglaublich kitischig, übermäßig gefühlsduselig und bewegt sich emotional eher in Sitcom-Gefilden als das es wirklich dramatisch wirken könnte. Doch genau diese Cheesyness lässt die Schauspieler sichtlich Spaß an der Sache haben und sorgt dafür, dass auch die Schwestern zur Abwechslung mal eine Rolle spielen müssen. Etwas unbeholfen, aber trotzdem unglaublich sympathisch sind sie auch hierbei wieder. Ruf mich an Alana. Bitte.

Sogar Jorma Taccone von den momentan unterhaltsamsten Musiksatirikern “The Lonley Island” gibt sich die Ehre und spielt einen der drei Jungs, denen das Herz gebrochen wird.

Und auch der luftige Maurice ist vor einem gebrochenen Herzen nicht sicher. Das erklärt er hier bei detektor.fm

Band: Haim
Song: The Wire
Album: Days Are Gone
Regie: Chris Kublan
Was sieht man: Mädchen von denen man sich gern das Herz brechen lässt. Alana für immer.

Dizee Rascal – I Don’t Need A Reason

Mit Dizzee Rascal verbinde ich persönlich eher düstere, gesellschaftskritische Texte und Videos. Und auch “I Don’t Need A Reason” geht in eine kritische Richtung, zeigt sich Dizzee doch hier in einem Barocksetting und hat einen Haufen Schwarzer mitgebracht, um den Kontrast zur weißen Dedadenz der Vergangenheit noch stärker auszuprägen. Und das obwohl man dem Video auf den ersten Blick keinen solchen Unterton ansieht.

Dizzee Rascal bringt die bescheidene, realitätsnahe Welt des Hip Hop mit der opulenten, abgedrifteten Zeit der adligen Dominanz zusammen und schafft ein buntes Treiben, bei welchem der Konsum und die Willkür der Obrigkeit klar die Zielscheibe für den junggebliebenen Star Londons darstellt. Stilistisch finden wir in der dritten Singleauskopplung des Albums “The Fifth” eine Aneinanderreihung von sich loopenden Bildern, bei welchen nur der Mund Dizzee Rascals sich stetig weiterbewegt. Der Rest des Bildes bleibt in der Schleife eines GIF’s hängen und prägt somit noch mehr den Eindruck, dass die Welt des hier gezeigten losgelassenen Spaßes eine gleichzeitig langweilig wie repetitive ist.

Der momentan erfolgreichste Rapper Englands liefert wie gewohnt ab und überzeugt uns bei Pop10 diese Woche nicht nur mit einem wunderbar eingängigen Track, sondern auch mit einem durchdachten und pompösen Video.

Und einmal mehr verrät uns Moderator Maurice bei detektor.fm warum Dizzee hier den Vogel abgeschossen hat.

Band: Dizzee Rascal
Song: I Dont Need A Reason
Album: The Fifth
Regie: Emile Sornin
Was sieht man: .gif’s sind der Shit. Unheimlich fettes Video vom Grimemeister.

Seoul – Stay With Us

Das Model Jennifer Nakayama spielt in unserem Musikvideo der Woche eine Frau, die versucht sich in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul zurecht zu finden und muss sich dabei eine nicht zu ignorierende Fremdartigkeit vor Augen führen.

Sphärisch streift sie hier durch die nächtlichen Lichter einer Stadt, die eine pulsierende Kraft ausstrahlt, die diese Frau ein wenig überfordert und sie aus diesem Grund eine Art Flucht anstreben lässt, weiß sie doch augenscheinlich nicht wirklich wohin mit sich.

Stilistisch ist bei “Stay With Us” alles sehr ruhig aufgebaut, langsame Kamerafahrten, eine Menge Slow Motion Sequenzen und verträumte Nahaufnahmen der wunderschönen Hauptdarstellerin dominieren das Bild und laden zu einer verlorenen Großstadtmelancholie ein, die vor allem asiatische Metropolen in ihrer Darstellung besonders schön erzeugen. Dazu der sanfte elektronische Indiepop der kanadischen Band “Seoul” und geschafft wurde das perfekte Musikvideoäquivalent zu Lost In Translation.

Hier erklärt Maurice warum unser Musikvideo der Woche bei ihm einen leichten Anflug von Fernweh erweckt.

Band: Seoul
Song: Stay With Us
Albm: TBA Mackenzie Sheppard
Regie: Mackenzie Sheppard