Videospiele sind für viele Menschen die Möglichkeit in ein anderes Leben einzutauchen, dass sie normalerweise nicht erfahren können. Ob man nun ein Fußball-Profi in “FIFA” oder ein Gang-Mitglied in “GTA” ist, Videospiele bieten viele verschiedene Möglichkeiten in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ein Spiel, welches das Thema aufgreift und viele Fans, aber auch Gegner hat, ist “Die Sims.” Was mich an dieser, seit 16 Jahren erfolgreichen, Spieleserie begeistert, möchte ich euch anhand von “Die Sims 4″ etwas näher bringen.

Erstell dein virtuelles Ich

Das Spiel beginnt, wie viele Spiele, mit einer Charaktererstellung. Ein Moment, der mich regelmäßig viel zu viel Zeit kostet. Es ist jener Moment an dem man festlegt wer man sein möchte. Man kann seinen Charakter möglichst genau nach dem eigenen Vorbild gestalten, sein eigenes Ideal formen, oder man verunstaltet ihn einfach total. Doch egal wie man den Charakter verändert, man entwickelt schon jetzt eine kleine Geschichte zu dieser Person auf dem Bildschirm.

c_ea_press_genehmigt

Besonders Rollenspiele bieten ebenfalls diese Möglichkeit, damit man sich so gut wie möglich mit dem Charakter identifizieren kann. Im Gegensatz zu diesen Spielen, bei denen man mit der erstellten Person z.B. in den Kampf zieht, lebt man jedoch in “Die Sims” ein Leben, wie es auch in der Realität aussehen könnte. Um das so genau wie Möglich zu gestalten kann man zum einen jedes kleinste Detail am Aussehen verändern, aber zum anderen auch verschiedene Charaktereigenschaften. Man kann bestimmen welche Ziele man in seinem Leben anstrebt (Macht, Reichtum, Familie…), auf welchem Wege man diese Ziele erreichen möchte und was man für ein Typ Mensch ist. Bist du eher schüchtern oder selbstbewusst? Sportlich oder Couch-Potato? Netter Nachbar oder fieser Bully?- Es liegt in deiner Hand. Und genau das finde ich sehr interessant. Man kann das genaue Gegenteil von einem selbst sein und schauen wie sich das virtuell anfühlt.

Das erste eigene Haus

Wenn man dann irgendwann mit der Erstellung des Charakters fertig ist, beginnt der nächste zeitraubende Abschnitt im Spiel. Nachdem man festgelegt hat wie man aussieht, wer man ist und was man erreichen möchte, geht es daran seine Unterkunft zu wählen und zu bauen. Doch bevor man seine Bleibe bauen kann, müssen wir uns erst einmal überlegen wo und wie man wohnen möchte: Vorort oder Innenstadt? Großes teures Haus oder klein und günstig? Viele Nachbarn oder eher weniger? Am See oder an einer Industrie?- Fragen, die das gesamte Spiel beeinflussen werden. Es sind aber auch fragen, die man sich früher oder später im echten Leben stellen muss.

c_ea_press_genehmigt

Wenn man sich nun entschieden hat wo man leben möchte, geht es an den Bau des eigenen Hauses. Wie auch schon beim Kauf des Grundstücks, darf man auch hier die eigenen Finanzen nicht außer Acht lassen. So kann das persönliche Traumhaus schnell zu einer kleinen Bruchbude werden. Wer jedoch schon immer vom Gewinn im Lotto geträumt hat, der kann sich auch in diesem Spiel über “Cheats” eine kleine Finanzspritze verschaffen. Beim Bau an sich hat man die Möglichkeiten sich absolut auszulassen. Jede Wand, jeder Fußboden, jedes Möbelstück kann man so platzieren und verändern wie es einem beliebt. Diese riesen Vielzahl an Möglichkeiten begeistert mich zwar zum einen, jedoch überfordert es mich persönlich schnell. Man hat eben kein Spiel mit einer festgelegten Story vor sich. Man muss sich selbst Gedanken machen, wie man in seinem virtuellen Haus leben möchte und wie es weitergehen soll.

Wie geht es weiter?

“Wie geht es weiter?” – eine Frage, die man sich sowohl in der Realität, als auch im Spiel häufiger stellt. Man hat nun sein Haus gebaut, man weiß wen man spielen möchte, aber wie geht es weiter? Jetzt geht es daran zu leben. Man kann nun beginnen jene Person zu sein, die man zu Beginn erstellt hat. Freundet euch mit euren Nachbarn an, lernt neue Leute kennen, erlernt einen Beruf und Gründet eine Familie. Oder halt auch nicht. Lebt so wie ihr es wollt. Seid die Person auf die ihr Lust habt und probiert euch etwas aus.

Man spielt das Leben, nur anders

Was ist nun also das besondere an der “SIMS”- Reihe? 

Ich persönlich finde es unglaublich Interessant in die Rolle einer anderen Person zu schlüpfen. Ich möchte nicht immer nur emotional Berührt werden oder mit einer Waffe durch die Welt laufen, wie in anderen Spielen, ich möchte auch einmal nur Mensch sein. Besonders die Erweiterungspakete sind dabei sehr ansprechend. Mein persönliches Highlight ist hierbei noch immer “Die Sims 2 – Gestrandet,” bei dem man als Gestrandeter versuchen muss mit den vorgegebenen Mitteln zu überleben. Die Aspekte Hunger, Durst, Liebe und jegliche andere Bedürfnisse eines Menschen machen das Spiel besonders interessant, aber auch oft frustrierend. Aber das ist nun einmal das Leben. Man muss versuchen alle Bedürfnisse in ein Gleichgewicht zu bekommen und seine Ziele zu erfüllen. Die Sims ist für mich eine oft unterschätzte Spieleserie. Manchmal reicht es auch einfach das Leben selbst zu simulieren und andere Rollen einzunehmen um für Unterhaltung zu sorgen, aber auch um zum Nachdenken anzuregen.

Und falls ihr nun Lust bekommen habt ein “SIMS”- Spiel auszuprobieren, dann kann ich euch zum Einstieg definitiv “Die SIMS 3″ empfehlen. Der Vorgänger bietet bisher deutlich mehr Möglichkeiten und eine offene Welt. Falls in Zukunft jedoch weitere Erweiterungspakete für “Die SIMS 4″ erscheinen sollten, so kann sich auch dieses Blatt wenden.

 

©Bilder: ElectronicArts