Am vergangenen Wochenende veranstaltete detektor.fm im Rahmen der Designers Open in Leipzig eine Party der Extraklasse. Ganz und gar im Zeichen des Elektropop wurde getanzt und gefeiert ohne Grenzen. Am Start waren unter anderem die Jungs von Lo-Fi-Fnk, Junior Boys, Toy und viele mehr. Erste Sahne also, und Pop10 war für euch dabei.

Pop10 Reporterin Ulrike sprach in der Pop10 – Studioshow über die D/O Night

DO/Night 2012

© Ulrike Blum

Schon beim Betreten der historischen Hallen der „Hochschule für Grafik und Buchkunst“ (HGB) bekommt man ein wenig Gänsehaut. Das Gebäude in der Leipziger Südvorstadt beherbergt eine der ältesten Kunsthochschulen Deutschlands – ein Hort der Kreativität und Jugend also – passender  hätte die Lokation nicht gewählt werden können. Wo hier nun tagein tagaus Studierende fleißig am Werkeln sind, fand am 27.10. eine Party ohnegleichen statt: die DO/Night 2012.

DO/Night 2012

© Ulrike Blum

DO/Night 2012

© Benno Hörold

DO/Night 2012

© Ulrike Blum

Verantwortlich für den ganzen Spaß zeigen sich die großartigen Kollegen von detektor.fm. Der Online-Radiosender hat ein Händchen für gute Musik und stellt sich sehr kreativ bei der Umsetzung von neuartigen Projekten an. Erst kürzlich wurde er mit dem Deutschen Radiopreis in der Kategorie Innovation ausgezeichnet. Dabei gibt es das Internetradio gerade mal seit drei Jahren. Das Ziel war es, einen Radiosender so zu gestalten, wie viele Menschen ihn sich eigentlich wünschten: Ohne lokale Grenzen und mit Inhalten guter journalistischer Qualität, auch beim Thema Musik. Das ist auf alle Fälle gelungen. Aber wie kommt man immer wieder auf so viele neue Ideen, die ja im Grunde Innovation ausmachen? Ein Kernstück ist dabei laut Marcus Engert (Redaktionsleitung detektor.fm), dass sich jeder, der bei detetor.fm arbeitet, dort auch wohlfühlt und frei ist, seine eigenen neuen Ideen auch einbringen zu können. Es geht also gar nicht primär um das Anwenden irgendwelcher bekannten Kreativitätstechniken, als vielmehr um den gemeinsamen Cafeteria-Besuch, um das optimale Ideenfindungsklima zu fördern. Und Wohlfühlen konnte man sich auch auf der DO/night so richtig: mit Cocktails, zwei in sphärisches Licht getauchten Floors, entspannten Leuten und tanzbarer Musik.  Das Besondere an diesem Event war, dass letztere ganz dem Elektropop gewidmet war. Auch darüber zeigt sich Marcus Engert begeistert. Die Musikrichtung, die vor einigen Jahren ihre goldene Blütezeit erlebte, sei heute ­vereinzelt schon für tot erklärt worden, aber Lieder, wie „We are Your Friends“ füllen noch heute jede Tanzfläche und beweisen, dass  das keineswegs der Fall ist. Und so war dieser Songtitel auch das Motto der großartigen HGB-Nacht, wo Lo-Fi-Fnk, Chinese Flash Mob, und Co. vom jubelnden Publikum zelebriert wurden. Winziges Manko: Der Sound war den ehrwürdigen Hallen entsprechend nicht ganz perfekt und Getränke- / Eintrittspreise nicht gerade günstig. Aber alles in Allem hat sich der Spaß gelohnt.

Lo-Fi-Fnks Single „Sleepless“ aus 2010

Lo-Fi-Fnk

Lo-Fi-Fnk © Ulrike Blum

Leonard von Lo-Fi-Fnk

Leonard Drougge von Lo-Fi-Fnk © Ulrike Blum

Lo-Fi-Fnk

Lo-Fi-Fnk © Ulrike Blum

Lo-Fi-Fnk, die schwedische Band, die im Kern aus Leonard Drougge und August Hellsing besteht, kennt man noch von frühen Hits wie „City“ und „Change Channel“. Seit ihrem zweiten Album „The Last Summer“ aus dem letzten Jahr ist es hierzulande erst mal ruhig geworden. Die Band war in dieser Zeit unter anderem in Nordamerika auf Tour. Im Interview haben wir erfahren, dass auch ein weiteres Album in Planung ist. Da kann man ja gespannt sein. Die Jungs haben übrigens eine Schwäche für Japan. Warum? „The culture, the culture, the culture!“

Aber das war ja noch längst nicht der einzige Act des Abends. Mit knackigen Live-Interpretationen von Daft Punk, Boys Noize und anderen Elektro-Größen rockte die Leipziger Band TOY! (nicht zu verwechseln mit den britischen Namensvettern) den oberen „Konzertsaal“ der Hochschule. Die Band hat in diesem Jahr bereits auf diversen Festivals gespielt und trifft mit ihrer eindeutigen Aufstellung den Nerv der Zeit sozusagen mit dem Hammer.

Am späten Abend legten dann nochmal die Elektro-Helden der Junior Boys mit einem saftigen DJ-Set nach. Unser Fazit: Es war einfach alles dabei, was eine glanzvolle Party braucht. Grandiose Musik, Konfetti, kunterbuntes Diskokugel-Licht und jede Menge Seifenblasen. Und so wurde dann auch getanzt und gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Wir sagen: Gerne wieder!