Bei einem Bandinterview steht natürlich – wie könnte es anders sein – die Band im Vordergrund. Der Hintergrund jedoch verdient unserer Meinung nach mindestens genau so viel Aufmerksamkeit. Weiße Wände entlocken dem Kameramann verzweifelte Seufzer, dem Zuschauer wiederum gelangweilte (es sei denn, vor ebendieser Wand stehen Bonaparte). Wir geben uns also Mühe, euch und auch die Künstler bei Laune zu halten, indem wir letztere in einen Kofferraum quetschen oder tote Mäuse finden lassen. Hier mal einige Highlights der vergangenen Monate.

Die Bondage Fairies zählen wahrscheinlich auch zu den Bands, die man in einen leeren Raum stellen könnte, ohne sich zu langweilen. Haben wir aber trotzdem nicht gemacht. Reporterin Susi hat die Schweden auf dem Melt! Festival 2012 in ihrem mobilen Zuhause besucht und Couch, Toilette und Wodka begutachtet.

Im Bondage Fairies- Wohnwagen war es schon recht kuschelig, aber das Interview mit Fuck Art Let’s Dance in deren Kombi konnte das kleine Platzproblem noch toppen. Die Band im Kofferraum, Susi auf der Rückbank, zwei Kameraleute mitsamt Technik an die Windschutzscheibe gepresst. Es wurde sehr schnell sehr warm und das Gespräch musste beizeiten beendet werden, weil die Kameralinse beschlagen war.

Fahrzeuge finden wir offenbar spannend. Mit Casper setzte sich Maurice in einen Autoscooter-Wagen. Das Fahren ließen wir lieber sein, um technisch-logistische und Kommunikationsprobleme gar nicht erst heraufzubeschwören.

Nach all der Räder-basierten Fortbewegung waren wir mit Vierkanttretlager mal wieder auf zwei Beinen unterwegs. “Die Natur greift an” heißt das aktuelle Album. Was liegt da näher, als mit der Band durch den Wald zu spazieren?

Was in diesem Beitrag nach entspanntem Schlendern aussieht, ist für die Leute hinter der Linse übrigens eine sportliche Herausforderung – immerhin gilt es rückwärts zu laufen, dabei nicht über Kabel oder Wurzeln zu stolpern und die Kamera trotzdem ruhig zu halten. Als wir mit Frittenbude über das Gelände des Berlin Festivals liefen, wurde dieser Parcours noch erweitert durch steile enge Treppen und hinterhältige, sitzende Festivalbesucherhindernisse.

In diesem Sinne: ein Hoch auf unsere Kameraleute, einzigartige Profis in Geschicklichkeit und Baucheinziehen!

Und zum Schluss noch ein Beispiel, wie man es eigentlich nicht machen sollte, aber in Ausnahmefällen machen kann. Bonaparte vor einer weißen Wand.