Vom Pausenhof auf Europatournee, 3 Jahre Amerika und nun wieder in Deutschland. Eines steht fest, die Hamburger Band Denmantau kommt rum. Auf der Promotion-Tour ihres neuen Albums trafen wir die Jungs vor den Türen des Offenen Kanals in Magdeburg an und haben Frontman Paul für euch interviewt.

Frontmann Paul im Interview

Das letzte mal wart ihr 2013 in Magdeburg zum Europa Award von Local Heroes. Kannst du dich daran noch erinnern? Derbe schöne Stadt, derbe schönes Konzert! Und wir haben damals gewonnen. Ein erfolgreicher Abend. Seit dem ist ganz schön viel passiert. Ihr wart eine längere Zeit in den USA unterwegs und habt zuletzt in Los Angeles gelebt. Wie hat es sich für euch entwickelt? Wir sind 2014 mit dem Arbeitsvisum nach Amerika ausgewandert. Dort haben wir uns mit Straßenmusik über Wasser gehalten, was wir auch nach wie vor machen. Jetzt sind wir auf Europatour, um unser neues Album Dark Light zu promoten. Mittlerweile haben wir das Livestreamen via Facebook für uns entdeckt, um interessierten Touristen die Möglichkeit zu bieten, unsere Shows auch von zu Hause aus zu verfolgen. So lässt sich eine bessere Bindung zu eben jenen Menschen aufbauen. Was hat sich durch Social Media für euch genau verändert? Habt ihr dadurch mehr Nähe beispielsweise nach Hause gewonnen? Seien es unsere Familien, unsere Freunde oder neue Fans aus beispielsweise Brasilien, alle warten regelmäßig gegen zwei Uhr nachmittags, dass Denmantau wieder am Start ist. Und wenn man sich dabei eine Stunde verspätet, werden die bereits sauer, da man eine gewisse Kontinuität von uns gewohnt ist. So baut man doch schnell eine Verbindung zu ehemaligen Zuschauern oder auch angehenden auf. Außerdem kommt es zu einem allgemeinen Austausch zwischen uns und den Fans. Teilweise kommen dabei rührende Geschichten zu Tage. Durch Social Media wird unsere Welt viel kleiner und intimer, zugleich aber auch offener. Es ist kein einfaches Leben als Straßenmusiker seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Entspricht der American Dream euren Erwartungen? Es klingt zwar komisch, aber es ist in der Tat so. Man sagt der American Dream wäre ein Fake, was er letzten Endes auch ist. Aber tatsächlich war unsere Strategie nach Los Angeles zu gehen, da sich dort Produzenten, Schauspiel und Musiker tummeln, die wir kennen und auch schätzen. So kamen wir auch mit namenhaften Persönlichkeiten auf der Straße oder nach Konzerten in Kontakt. Das ist unsere Art mitzumischen.

Demantau in Aktion vorm OK Magdeburg

Demantau in Aktion vorm OK Magdeburg

Wie nachwirkend sind die geknüpften Kontakte für euch? Habt Ihr karrieremässig dadurch einen Aufschwung erhalten? Ja, tatsächlich. Wir haben beispielsweise die Bookerin von den Rolling Stones getroffen, mit welcher wir noch in Kontakt stehen. Sowas passiert da einfach. Das Glück ist auf der Straße zu finden. Auf diese Art kommen auch immer neue Konzerte rein wie die Eröffnung von Jefferson Starship vor zwei Jahren. Es ist toll, auf jemanden zu treffen, den du mit deiner Musik berührst und dem du in Erinnerung bleibst. Zugegeben, das gleiche kann dir auch hier in Deutschland passieren. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dort jemanden triffst, der dir weiter helfen kann, sehr viel größer. Unser Plan ging nach drei Jahren in Amerika auf. Wir wollen somit auf jeden Fall wiederkehren. Vielleicht wird es zukünftig dabei weniger um Straßenmusik gehen, aber wir schauen, was kommt. Momentan lieben wir Straßenmusik und bleiben dabei. Plump gefragt, kann man davon leben? Wir leben… Sonst würden wir jetzt nicht live vor euch stehen (lacht). Aber wir können tatsächlichen davon leben. Wir sind seit 2012 erfolgreich Vollzeitstraßenmusiker. Wir spielen fünf mal die Woche und das drei mal am Tag. Damit lassen sich unsere Ausgaben finanzieren. Ihr spielt jetzt noch ziemlich lange zusammen und seit weit herumgekommen. Ist es ist eine große persönliche Entscheidung nach Amerika zu gehen? Es ist dabei wichtig, dem nachzugehen, was einem Spaß macht. Ich für meinen Teil fand in meiner Schulzeit nichts interessant außer den Ausblick, einmal Musiker zu sein. Ich musste dieser Berufung also folgen und denke, selbiges gilt auch für die restlichen Bandmitglieder. Von daher ist man auch dann glücklich, selbst wenn es mal hart auf hart kommt. Letztlich tun wir ja das, was wir wollen. Sich darüber im Klaren zu sein ist besonders wichtig, da man gewisse Dinge aufgeben muss, wie Familie, Heimatland, Freunde, oder auch persönliche Freiheiten. Man lebt auf engerem Raum miteinander und trifft viele Entscheidungen in der Gruppe. Man wird zu einer zweiten Familie, und gerade der entstandene Zusammenhalt trägt zum Erfolg bei. Nichtsdestotrotz entbindet uns dies nicht von einem routiniertem Leben. Wie jeder andere durchlaufen wir einen gewöhnlichen, geordneten Alltag welcher genau die gleichen Verpflichtungen parat hält. Wie unser Drummer zu sagen pflegt, haben wir trotz unserer Freiheit keine Freizeit. Sollte es nicht funktionieren, dann ziehen wir halt weiter in die nächste Stadt. Es wird immer jemanden geben, der uns hört, da Musik immer jemanden Ansprache findet. Ob sich Demantau den amerikanischen Traum voll und ganz erfüllt haben, ist bis dato noch offen. Aber eins steht fest, Ihren eigenen haben Sie sich mit Sicherheit erfüllt. 

Denmantau 2 Press Pack