Da geht man ohne Erwartungen auf ein New Band Festival und kommt mit einer echten Perle zurück…
So geschehen mit den 4 Jungs von “Alt- J” aus Leeds.
Text: Gil Eigher

Optisch erinnern die Jungs an die Nerds unserer Schulzeit, die mehr Zeit vor ihrem PC als mit sozialen Kontakten verbracht haben .
Und tatsächlich deutet der Bandname darauf hin, dass ihnen eine Computertastatur nicht allzu fremd ist..(alt- j steht für ein Tastaturkürzel)

Musikalisch lassen die Jungs uns aber allemal aufhorschen und sorgen mit ihrer sehr eigenwilligen Mischung aus Indie, Elektro und Folk für Begeisterung…

Wenn man versucht musikalische parallelen aufzustellen, landet man schnell bei Bands wie
“The XX”

oder ertappt sich auch in
“Radiohead” Momenten, und doch merkt man, dass diese Vergleiche ihnen nicht gerecht werden.

Die Band, bestehend aus:
Sänger Joe Newman (Vocals), Gwil Sainsbury (Bass)
Thom Green (Schlagzeug)
und Gus Unger-Hamilton (Keyboards,backing Vocals )

kennt keine Regeln wenn es um Ihre Musik geht..so schreckt sie weder vor acappela Einlagen (“Interlude I”), noch vor der im Chor geliebten Mehrstimmigkeit zurück (“Ms”)…
nichtmal dem Hip Hop (“Fitzpleasure”) können sie sich entziehen….

Aber vorallem die Tonsprünge innerhalb der einzelnen Songs, machen ihre Musik so komplex und besonders.

Gepaart mit der aussergewöhnlichen und zugleich sensiblen Stimme des Sängers

Ist man im ersten Moment noch irritiert, und hat das Gefühl ein Gemälde mit vielen verstreuten Farbklecksen zu sehen, bildet sich jedes einzelne Stück am Ende, zu einem in sich stimmigen wundervollen kleinem Kunstwerk…

Ihre Musik fordert genau aus diesen Gründen, die vollste Aufmerksamkeit seines Zuhörers und die bekommt sie, denn wir wollen nichts verpassen, was die Jungs noch so alles in ihrer musikalischen “Wundertüte” versteckt haben.

Gepaart mit der aussergewöhnlichen und zugleich sensiblen Stimme des Sängers, ergibt das Erstlingswerk der Band eine verdammt geniale Platte, die uns zeigt, dass gute Musik nicht am aussterben ist und vorallem, dass der Einsatz von elektronischen Elementen nicht unbedingt das kreative Ende und der Verkauf seiner Seele bedeuten muss…

Alt-J
erschienen: 25.Mai 2012
Label: Pias UK / Infectious – Rough Trade