Videos in meinem Kopf

Videos im Kopf

Neben großartiger Musik ist das visuelle Aufbereiten der solchen seit MTV ein ebenso wichtiger Faktor zur Vermarktung eines Künstlers und seiner Musik wie das eigentliche “Gesinge und Getanze”. Und auch in diesem Bereich gibt es wenige Meister und eine Menge Geschmacksbedienende.

Nun kann ich mich mit meinen 21 Jahren doch vielleicht gerade noch so zur sogenannten MTV-Generation (Auch Generation Y genannt) zählen und bin somit zwar noch nicht mit dem Pioniervideo zu “Video Kills The Radio Star” großgeworden, doch mit einigem was darauf folgte. Meine Faszination für diese  Art der audiovisuellen Kunst und ihrer eigenen Regeln, die dazu führten einen völlig neuen Markt zu schaffen, war dementsprechend groß und eigene Versuche liegen auch schon hinter mir.

Die Kunstform des Musikvideos hat neben vielen Klischees, die in vielen Genres leider immer wieder vorkommen einen unglaublich hohen Status unter Künstlern und vor allem Filmschaffenden. Nicht ohne Grund wurden Clipvirtuosen wie Spike Jonze, Michel Gondry oder auch Zack Snyder schnell von überaus talentierten Musikvideoregisseuren zu gefeierten Regisseuren in Hollywood.

Um der Kunst des Musikaufwertens einmal mit dem Sprachrohr Pop 10 Tribut zu zollen werde ich in unregelmäßigen Abständen auf die Suche nach Expemplaren gehen, die mir persönlich besonders am Herzen liegen oder einfach in ihrer Machart einzigartig und überzeugend sind, genreunspezifisch und mal wieder höchst subjektiv. Ich hoffe es gefällt.

Nujabes feat. Shing02 — Luv (sic) pt. 2

Ein Lied das mich immer noch wirklich verzaubert und dessen Video ganz nebenbei ein unglaublich simples, leicht verrücktes Konzept konsequent durchzieht und damit einen absoluten Volltreffer landet. Made in Japan, of course. Nujabes weitere Sachen sind übrigens sehr zu empfehlen.

Who’s Gonna Save My Soul – Gnarls Barkley

Eine überraschende Aktion, aufkommender Liebeskummer und Cee Lo’s soulige gefühlvolle Stimme, mehr braucht dieses Video nicht. Director: Chris Milk

Justice – Stress

Hier gehts zum Video!

Ein Video, das mich nach jedem erneuten Ansehen immer noch sehr nachdenklich und betroffen macht, eine geballte Ladung Kritik an der Immigrationspolitik Europas (In diesem Fall am Beispiel Frankreichs) und einen dokumentarischen Stil, der unglaublich intensiv wirkt sind die Besonderheiten an Romain Gavras Video zu “Stress” zu der Musik  der Ausnahmeelektroniker von Justice. Ein ganz Großer seines Fachs und ja, dieses Video ist wirklich anstrengend und nichts für schwache Gemüter. Enjoy!

Chemical Brothers – Get Yourself High!

Sehr speziell, da werden Schnipsel aus alten Kung-Fu Filmen zusammengebastelt und auf Synchronität geschnitten. Das passt einfach!

Mr Flash – FLESH

Hier gehts zum Video!

Zum Schluss noch einmal französisch und auch hier wieder sehr anstößig, voller Konsum – und Sexualisierungskritik, gleichzeitig unglaublich stilvoll, überraschend, bunt und wahnsinnig atmosphärisch. Doch in französischer Musikvideotradition wie auch “Stress” nichts für Leute, die von einem Musikvideo keine Tiefe erwarten.