Früher war sein Name einfach nur Jimmy. Um Jimmys Menschlichkeitsverlust ranken sich mehrere verwirrende Mysterien. Die Einen sagen, Jimmy sei nach einem Flugzeugabsturz mitten im Amazonas mehrere Jahre von der Aussenwelt isoliert gewesen. Andere behaupten das brasilianische Militär habe sich an dem Jungen durch zahlreiche genmanipulierende Experimente vergangen. Wie dem auch sei, aus dem unschuldigen kleinen Jimmy wurde so ca. 1991 das Wesen Blanka, welches seine elektrischen Fähigkeiten nach einem Stelldichein mit ein paar elektrischen Aalen gewann und mit brasilianischen Ureinwohnern die Geheimnisse des Capoeira ergründete.

Viele traumatische Erlebnisse muss dieses eigentlich liebenswerte grüne Wesen erlebt haben. Und wäre dieser Werdegang nicht schon desaströs genug, spielte er in dem sagenumwobenen Street-Fighter-Turnier nach den Posterboys Ken und Ryu nur die zweite oder dritte Geige. Doch schon damals wusste jeder Beat Em Up Fan – eine Gattung, die selbst schon häufig einer gewissen Abgrenzung gegenüberstand -, dass Blanka verborgene Talente hat, die einem erst offenbart werden, wenn man ihn trotz seiner furchterregenden Erscheinung lieben gelernt hat.

Verheerende Electric Thunder gepaart mit dynamischen Rollattacken machten ihn mindestens so flexibel, wie seinen virtuos narzistischen Gegenpart Vega. Die Liebe aller Street Fighter dieses Planeten ist ihm also im heutigen Jahr 2013 schon lange zu Teil geworden. Doch scheinbar reicht das dem aggressiven Latinoliebhaber nicht. Das Internet hat in ihm den geborenen Troll gefunden, wuselt er doch in letzter Zeit in diversen Failvideos herum und stellt seine Moves zur Schau. Als wäre ihm die Last eines Kampftuniers mitterweile zu viel, scheint er sich auf leichtere Opfer spezialisiert zu haben. Die späteren Jahre des Blanka sind nun also wieder voll von Missverständnissen gegenüber seiner sensiblen Person geprägt.

Doch eine Eigenschaft von der sich jeder Mensch wohl noch eine gute Scheibe abschneiden kann ist sein fehlendes Schamgefühl. Was Andere über ihn denken, war Blanka all die Jahre über schon immer herzlich egal und ein roher Tintenfisch, sowie ein kühles Brahma lassen diesen bescheidenen Burschen über jegliche Anfeindung grinsend hinwegsehen. Denn er weiß selbst ganz genau, wer seine wahren Freunde sind. Und wer schon mal eine Rock-Crush-Kopfnuss nach einer langen Kneipennacht in Rio abbekommen hat, der weiß, dass er hier jemanden getroffen hat, den man sich schnell zum Freund machen sollten. Und bei Pop10 lieben wir ihn eh, denn er trägt sie einzig relevante Farbe.