Pop10.De Redakteurin Alena kann nicht mehr ohne Boy und damit ist nicht der Mann an ihrer Seite gemeint, sondern das Musik-Duo, dass seit dem Hit “Little Numbers” die größten Hallen des Landes ausverkauft.

Tippte man noch vor ein paar Monaten die Buchstaben “B…O…Y” in eine der vielen Suchmaschinen im WorldWideWeb ein, so bekam man Vorschläge zu Seiten wie “Dr. Boy Spritzgiesmaschinen” oder “Bad Boy Tattoo Studio” . Doch

BOY gehört schon lange nicht mehr zu den Geheimtipps.

Ergänzte man den Sucheintrag mit “Band” stand an oberster Stelle ein Artikel von Wikipedia über das Phänomen Boybands  gefolgt von millionenfacher Treffer existierender Bands und “No One Hit Wonder”. Die Suche nach der Newcomer Band stellte sich als wahrer “Boyjungle” herraus.
Doch BOY gehört schon lange nicht mehr zu den Geheimtipps.

Bereits im letzten Jahr stellte euch pop10 “Boy” genau vor

Ihr Album “Mutual Friends” landete in Deutschland in den Charts und die Single “Little Numbers” war bereits Titelsong eines Films sowie eines internationalen Werbespots.

Ihren größten Erfolg feierte BOY mit dem Newcomer Preis 2012. Wer sich nun erhofft hat eine durch und durch  männliche Band zu hören, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen, denn hinter dem Namen BOY stecken zwei Frauen, die mit ihrem Debütalbum zeigen, dass sie keinerlei männliche Unterstützung brauchen, um innovativen Indiepop zu kreieren.

Mit leichten und verspielten Melodien schaffen Valeska Steiner und Sonja Grass Aufbruch,  Neuanfang, Irrungen und neue Abendteuer umwerfend optimistisch klingen zu lassen.
Ob die Angst vor dem Unbekannten oder das Verlassen der Geborgenheit, in den Texten von BOY überwiegt vor allem die Neugier nach dem Neuen. Denn alles was einmal Fremd scheint wird früher oder später Vertrautes.
So fordert Valeska in “This is the Beginning” auf:
“Get on the buses, learn numbers and names.”

Your eyes are the camera, your heart is the frame ! Dabei schaffen die beiden aber keineswegs kitschig zu wirken. Songs wie “Drive Darling” oder “Railway” laden zum Träumen ein.
Aber auch schnellere Lieder wie “Little Numbers” stehen auf keinen Fall hinten an.
Im Gegenteil die beiden “BOY’s” greifen hierbei zu dem in vielen Liedern durchgekauten Thema des Warten auf den Anruf einer Bekanntschaft und drehen den Spieß einfach um. Anstatt zu jammern wird dem Boy gezeigt, was er verpassen würde, wenn er nicht die 7 kleinen Nummern wählt. Beeinflusst werden Valeska und Sonja, wie sie selbst sagen, von Feist. Und bei dem Lied “Boris” meint man auch eine kleine Kate Nash herauszuhören, die mit ihrer frechen Art einen Macho  bittet gefälligst die Stadt zu verlassen.”Mutual Friends” bietet abwechslungsreiche Tracks, die von radioverdächtigen Indiehits bis hin zu singer-songwriter variiert. Dieses Album ist ein Soundtrack für Unterwegs, für Menschen, deren Mixtapes die Jahre vermischen oder leichte, bunte Sommermusik genießen wollen. Spätestens bei dem letzten Track “July” meint man anzukommen- auch wenn noch unklar ist wo.

Text: Alena Kammer