It´s still summer in Berlin…Festivalsommer! Dank dem Berlinfestival haben alle, die einfach nicht genug von lauter Musik und guten Bands bekommen können, nochmal die wunderbare Gelegenheit so richtig festivalspastisch zu feiern! In der Theorie klingt das ganz nett, aber wie sieht die Praxis in der Hauptstadt aus? Bei Blood Red Shoes irgendwie nicht so rosig

Es ist Freitag, 10. September 2010. Die Sonne scheint noch als Laura Mary und Steven von den Blood Red Shoes die Hauptbühne des Festivalgeländes auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof betreten. Für mich ist es das erste Mal, das ich die beiden Engländer live auf der Bühne sehen darf und ich bin sehr gespannt. Die Blood Red Shoes sind mir zwar schon lange ein Begriff aber erst durch ihr neues Album Fire Like This habe ich angefangen, ihnen mehr als nur flüchtige Aufmerksamkeit zu schenken.

Auf das Konzert von den Blood Red Shoes war ich sehr gespannt!

So auch heute… Kaum merklich wandern die beiden auf die Bühne und sind plötzlich da. Die Sängerin und Gitarristin Laura-Mary Carter haut voll in die Seiten und auch Steven Ansell gib am Schlagzeug sein Bestes. Der Sound ist unverkennbar aber er passt nicht ins Bild. Das Publikum will nicht so richtig auf die Klänge eingehen und somit kommt zumindest für mich kein richtiges Konzertfeeling zu Stande.

Blood Red Shoes Live @ Berlin Festival

Also nach hopsen und rumwackeln war mir irgendwie nicht.

Woran kann das nur liegen? Ist es die Band oder das Publikum, was zu träge ist? Gut, es ist erst 17 Uhr 30, aber wollen wir den Berlinern etwa unterstellen, dass so früh am Abend bei ihnen noch nichts geht? Oder hatte die Band heute einfach nur einen schlechten Tag?

Ihre Instrumente haben sie im Griff, das kann man nicht anders sagen und auch die Stimmen sind sauber und klingen wie geölt. Aber anscheinend reicht das den Leuten hier heute nicht. Die wollen mehr, wollen animiert und unterhalten werden. Ansätze dazu sind vorhanden, fallen meiner Meinung nach aber etwas mickrig aus. Steven bedankt sich mehrmals fein auf Deutsch (sagt “Danke”) aber beim 4. Mal ist die Nummer anscheinend auch nicht mehr so spannend. Und auch die kurzen Kommentare der Sängerin des Duos reichen nicht aus um einen wirklichen Elan beim Publikum hervorzurufen. Das ist sehr schade und in mir, als neuer Blood Red Shoes-Fan steigt langsam die Wut auf. Ich denke mir so: “Leute (damit meine ich das Publikum), macht doch mal mit! Die sind schließlich nur wegen euch hier!”.

Das Publikum hätte sich ja ruhig mal etwas mehr anstrengen können!

Im Vorletzten Lied gelingt es Laura-Mary dann auch, die Menge zum Klatschen zu bewegen. Und dann zum Schluss ist das Publikum dann endlich wach! Na geht doch!

Nach knapp 45 Minuten verlassen die beiden ungefähr so unauffällig und unspannend die Bühne, wie sie sie betreten haben. Nur die Gitarre von Laura-Mary macht noch fast eine Minute lang auf sich aufmerksam.  Das Fazit zu meinem ersten Blood Red Shoes Konzert: es entsprach nicht ganz meinem Geschmack. Ich hätte gerne mehr Aktion gesehen, nen bissle mehr Wackel und etwas mehr Hopps. Aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert und deshalb möchte ich mich nicht beschweren. Die Blood Red Shoes haben mich zwar nicht dazu bewegt, mir die Füße blutig zu tanzen, aber trotzdem kann ich nicht genug von ihnen bekommen, denn wer einmal Blut geleckt hat, will immer mehr!