Susi blickt auf die Festivals des Jahres zurück

Susi blickt auf die Festivals des Jahres zurück

Der Sommer 2010 war für mich in vielerlei Hinsicht so heiß wie noch nie! Nicht nur die  hohen Temperaturen jagten meinen Puls in die Höhe, sondern auch die vielen Konzerte und Festivals die ich besucht habe, ließen mein Herz höher schlagen. Nun ist auch das letzte Festival zu Ende und ich möchte noch einmal zurückblicken.

In diesem Sommer bin ich auf so einigen Festivals gewesen. Genau gesagt waren es zwei in Deutschland und zwei in Schweden. Insgesamt vier Festivals die unterschiedlicher kaum sein könnten! Auf jedem Festival war irgendwas topp und irgendwas flopp und eine wichtige Sache habe ich gelernt: die Deutschen dürfen sich nicht aufregen! Viele wissen ja bereits, dass das Berlinfestival nicht ganz so abgelaufen ist, wie es sollte. Aus Sicherheitsgründen wurde das Festival am Freitag gegen 2:30 Uhr abgebrochen und das Programm am Samstag musste bis 23 Uhr durch sein. Viele Festivalgäste hatten sich darüber aufgeregt, was ich unter Umständen nachvollziehen kann. Aber was nicht zu ändern ist, ist nun mal nicht zu ändern! In Schweden gehen Festivals grundsätzlich nur bis 23 Uhr und da regt sich auch niemand drüber auf!

In Schweden regt sich auch keiner auf, wenn um 23 Uhr Pumpe ist!

Mir persönlich hat das Berlinfestival besser gefallen, als ich erwartet hätte. Das Lineupp entsprach eigentlich nicht ganz meinem Geschmack, aber der ist ja grundsätzlich auch beeinflussbar. Allein von der Band MIT muss man z.B. Fan werden, wenn man den Schlagzeuger mal live gesehen hat! Na Holla die Waldfee, der sieht vielleicht gut aus! Und auch für Musik von Fever Ray fängt man an sich zu interessieren, wenn tausende wegen ihr die Halle stürmen und am Ende die Securities in den Wahnsinn treiben. Festivals sind was Schönes und überraschen immer wieder!

Beim Melt!Festival war ich vor allem von Gelände und Atmosphäre beeindruckt. Mit all den Kränen und Laserlampen, Sandstränden und Stylo-Leuten, hat man sich da echt wie auf nem anderen Planeten gefühlt. Auch das Gelände des Berlinfestivals war einmalig, denn wie oft bekommt man schon die Gelegenheit auf nem Flughafen zu Musik von Hot Chip und Turbostaat abzugehen? Auch für alle Shoppingsüchtigen wurde sowohl auf dem Melt! wie Berlinfestival einiges geboten. Bude neben Bude und die Qualität der Ware war definitiv besser als Marktware aus der Türkei J Mein Highlight (aber sicher auch das vieler andere Festivalgeländebegeher) war der reizende Fotoautomat aus Omas Zeiten. Was auf dem MeltFestival die Schlange vor dem Sparkassenautomat gebildet hat, versammelte sich auf dem Berlinfestival am Fotoautomaten.

Viele wollten sich hier knipsen lassen...

Lange Schlange vor dem Geldautomaten auf dem Meltgelände

Was die Verpflegung anbelangt muss ich sagen, dass mir das Berlinfestival besser gefallen hat. Ich hatte den Eindruck, dass es ein paar mehr Buden gab und dass auch die Schlangen davor nicht so lang waren. Hatte man Hunger, bekam man auch was!

Auf dem Melt! war mein persönliches Highlight wohl ne kurze Plauderstunde mit dem Sänger von Bonaparte. Beim Berlinfestival war das nen bissle anders, weil unser Studio mitten im Aufenthaltsraum der „Very Important People“  lag. Da konnte man schon mal zufällig neben Robyn in den Spiegel gucken oder auch beobachten,wie Macaulay Culkin und Adam Green ständig auf dem Klo verschwinden.

Und plötzlich Robyn neben mir auf Klo!

Ein kleiner Plausch mit Steven von den Blood Red Shoes und aufregendes „Blickkontaktflirten“ mit dem Sänger von Neon Indian sind zwei weitere Ereignisse, die bei mir positiv im Kopf hängen bleiben werden. Die Bands gingen da mit uns ein und aus und ich hätte mir gewünscht ein besseres Gedächtnis für Gesichter zu haben (ich erkenne die Leute doch immer so schwer wieder).

Lagebesprechung bei Pop10 und Adam Green im Hintergrund

Das Beste kam kurz vor Schluss, als so nen Kumpel von Tricky (wahrscheinlich der Tourmanager) zu mir ankam und mich vorwarnte, dass er mir jetzt eine sehr komisch Frage stellen muss. Ich bin ja offen für alles, also: „Raus damit!“ , dachte ich mir! Er guckte dann so auf meine schwarze Strumpfhose und fragte mich, ob er mir die abkaufen könnte, da Tricky die für seinen Auftritt braucht. „What?“ Also abgesehen davon, dass ich ohne diese Strumpfhose einfach mal ohne Strumpfhose (also fast nakt) da gestanden hätte, fand ich die Frage tatsächlich etwas komisch. Gutgeplant, wie ich doch bin, hatte ich aber noch nen paar Strumphosen im KFZ. Bin also aufgesprungen und habe dem netten Herrn Adrian Thaws (alias Tricky), der schon bei Massive Attack rappte, bevor er dann 1995 seine Solokarriere startete und weltberühmt wurde, ein nettes Stück aus meinem Strumpfhosensortiment besorgt und dann überlassen.

Meine Strumphose? Sicher, warum nicht!

Was am Ende aus meiner Strumpfhose geworden ist, konnte ich nicht live miterleben, aber Fakt ist: Ich habe den Auftritt von Tricky gerettet! Applaus!

Tricky + Me mit meiner Strumphose

Joar und sonst so? Ich habe in diesem Smmer natürlich auch viele tolle Bands gesehen und einige davon sogar doppelt! Hot Chip z.B.! Die sind sowohl auf dem Popaganda Festival in Stockholm, wie auf dem Berlinfestival aufgetreten. Auf dem Popaganda haben mir Hot Chip sogut gefallen, dass ich mich dann tierisch darüber gefreut habe, dass ich sie auf dem Berlinfestival nochmal sehen konnte. Sowohl da wie auch hier waren die Jungs der letzte Act des Festivals. Entsprechend ihrer Situation, haben die Jungs aus London dann auch Gas gegeben und die Menge zum Tanzen gebracht!

Sänger von Hot Chip Alexis Taylor

Gitarrist Al Doyle

Hot Chip auf dem Berlinfestival

Neben Hot Chip hat mich auch Robyn von sich begeistert. Auch sie habe ich diesen Sommer zwei Mal live gesehen, wobei ich in Stockholm nicht mit vollster Konzentration dabei war :-) Umso besser hat mir ihr Auftritt beim Berlinfstival gefallen und mit dieser Meinung bin ich sicher nicht alleine! Leider konnte man bei ihrem Auftritt nicht ganz so gut mitfeiern, weil die Halle etwas überfüllt war, aber dafür kann die Schwedin ja nichts. Und an dieser Stelle möchte ich nun meine persönlichen Top 3 des Festivalsommers auszeichen!

Platz 3: Geht an meine Freunde aus Schweden! Sowohl Johnossi wie auch Robyn haben mein Herz erobert! Robyn, weil sie so abging wie keine andere und John und Ossi, weil sie zu zweit unterhalten haben wie 5!

Johnossi landen bei mir auf Platz 3

Auch Robyn hat den 3. Platz verdient!

Platz 2: geht eindeutig an Hot Chip, weil sie mich (vor allem auf dem Popaganda in Stockholm) tierisch überrascht haben!

Hot Chip auf meinem zweiten Platz!

Platz 1: Diesen Platz hat sich ganz eindeutig Bonaparte verdient! Während die Fans bei über 30 Grad in der Sonne schwitzten haben die Jungs und Mädels auf der Bühne alles gegeben. Wäre ich an deren Stelle gewesen, wäre ich gestorben! Bonaparte auf dem Melt, das war Unterhaltung pur und einfach nur vedammt krass ;-)

Platz 1! Für eine gute Show gaben sie alles.

Mit dem Berlinfestival ist dann nun Mein Festivalsommer leider auch schon wieder zu Ende gegangen. Ich habe viele Bänder gesammelt, viele tolle Konzerte gesehen, lustige Menschen getroffen und den einen oder anderen Kater durchgestanden. Mein Fazit zum Festivalsommer 2010: er war verdammt geil!!!

In diesem Sinne sage ich haut rinn und bis zum nächsten Jahr!