Nach dem Festival ist vor der Clubnacht: Wenn die Headliner Blur oder Björk ihren Auftritt beendet haben, beginnt für die Freunde elektronischer Musik erst der eigentliche Höhepunkt des Festivals. An beiden Tagen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens sorgten unter anderem Boys Noize, Busy P und Justice für tanzbare Elektrobeats.

Wir haben uns dieses Ereignis, das erst seit letztem Jahr im festen Programm des Berlin Festivals zu finden ist, mal aus der Nähe angeschaut. Dabei zeigte sich schnell, dass uns dieser Dreh einiges abverlangen würde: Eine wacklige Busfahrt, ein lauter Club, angeheiterte Partygäste und eine heisere Moderatorin.

Busfahrt

Um ca. halb eins, kurz nachdem Blur ihren Auftritt auf der Mainstage beendet hatten, erreichten wir die Busstation auf dem Gelände. Wir erwarteten hier Massen an feierwütigem, tanzendem Partyvolk anzutreffen. Jedoch war das einzige, was sich für lange Zeit bewegte, der Bus (was unseren Kameramann mehr als ein Mal beinahe zu Fall brachte). Statt aufgeschlossener Fröhlichkeit bekamen wir von den Insassen hauptsächlich Sätze wie “ich möchte nicht gefilmt werden” und “ich verklag euch!” zu hören.
Gegen Ende des Trips nach Kreuzberg lockerte die Stimmung allmählich etwas auf, ein paar niederländische Mädchen sangen auf der Rückbank und auch der freundliche Herr, der uns verklagen wollte, zeigte sich ein wenig entspannter.

Club

Vor dem Arena Club angekommen wussten wir zunächst nicht, ob wir mit unserem Equipment überhaupt in den Club gelassen werden würden. Wer schon einmal in Berlin unterwegs war weiß, dass in vielen Clubs nicht einmal eine Digitalkamera erwünscht ist, um die Privatsphäre der Partygäste nicht zu stören. Dies stellte jedoch diesmal kein Problem dar und nachdem wir uns als eingetragene Pressemitglieder ausgewiesen hatten, durften wir passieren.
Im Club erwartete uns eine etwas aufgelockertere Stimmung als im Bus. Dennoch erwies es sich als Schwierigkeit, noch nüchterne Personen ausfindig zu machen, die zu einer Befragung geeignet wären. Zudem scheint die Anwesenheit einer Filmkamera den Eindruck zu erwecken, wir würden MDMA mit uns führen, anders sind die vielen Anfragen an uns diesbezüglich nicht zu erklären (-;
Zur Moderation war der Club übrigens nicht so gut geeignet, man musste sich gegenseitig anbrüllen, was dazu führte, dass die Moderation schon nach zwanzig Minuten ihre Stimme verloren hatte und nur noch ins Mikro krächzen konnte.

Musikalisch

Am Freitag bekamen wir aufgrund der Dreharbeiten wenig von den musikalischen Acts mit. Am Samstag jedoch heizten Para One und Breakbot die Menge würdig an, bevor Busy P eine fantastische Performance mit zugehöriger Hintergrundanimation hinlegte. Justice alias Gaspard Augé und Xavier de Rosnay überzeugten zu Beginn mit ihrem DJ-Set, packten dann aber diverse Trash-Hits wie “I’m so excited” und “Bohemian Ilke you” aus, die einen Großteil des Publikums dazu veranlasste, die Heimreise anzutreten. So kann man einen Club dann auch vorzeitig räumen.

Dennoch zwei sehr erheiternde Abende, die dem Berlin Festival 2013 einen gebührenden Abschluss bescherten.

Hier könnt Ihr das komplette Spezial vom Berlin Festival sehen: