Nicht jedes Festival ist wie das Andere. Auf dem Tempelhofer Flughafen fegt der Wind beispielsweise sehr aus Richtung Großstadt und bringt so einige Eigenheiten mit, die man aus gemütlichen Ferropolistagen nicht gewohnt ist.

Im Strudel der Gezeiten begab ich mich vergesslich wie eh und je auf eine Suche nach der geeigneten Überlebensstrategie um diesen berliner Wahnsinn zu überstehen. Von Improvisationen über die Meinung von erfahrenen Besuchern bis hin zum endgültigen Verstehen ähnelt der Werdegang meiner Erkenntnis ein bisschen der Geschichte Jesu.

Und da wahrscheinlich keiner Lust hat meine Erfahrungen niederzuschreiben, werde ich nicht warten, um zu einer Legende zu werden, sondern schreibe sie gleich selber auf. This is your Guide to the Berlin Festival. No Babelfishes.

Nahrungsaufnahme: 

Keine Ravioli, kein Gaskocher, keine Tuppaware. Auf dem Berlinfestival sind du und dein Geldbeutel auf sich alleine gestellt. Schnorren und Müllkramerei können ein anderer, alternativer Weg der Essensbeschaffung sein, doch in der Regel wählst du hier zwischen einem 4 Euro – und vielen 6 Euro-Gerichten. Doch wenn du Glück hast findest du ein noch nicht geöffnetes Paket aus den Zeiten der Luftbrücke.

Sanitäre Stationen:

Hier sind deine Schleichfähigkeiten gefragt. Die Security auf dem Berlin Festival ist zahlreich und rigoros. Dazu in der Regel noch sehr groß und gebaut wie ein Ochse. Möchtest du an diesen Wachdiensten vorbei und damit in ein Land voller alter Flughafentoiletten, die wunderbar funktionieren, brauchst du entweder ein Pressebändchen – wie der Typ auf dem Titelbild – ODER du ziehst deine Socken hoch und entscheidest ein halbstündiges Sprintduell knapp für dich. Ochsen sind nämlich nicht die Schnellsten.

Kaikai oder andere Regenerationsmöglichkeiten:

Einer der mit den Regeln der einheimischen Rituale vertrauten Personen berichtete mir, dass das klassische Zelt keine Ruhemöglichkeit auf dem Berlin Festival darstellt. Somit sah ich mich gezwungen auf dem Asphalt zu liegen oder eine der Chilloutareas in Anspruch zu nehmen. Gönn dir einen tiefen Zug aus der Wasserpfeiffe und bleib sleasy. Es gibt andere Festivals als Dieses. Und sie alle bieten eine Tiefenentspannung, die wir in unserem Alltag eh kaum finden. Das gemeinsame Genießen menschlicher Musik. Lasst uns dies zelebrieren, solange wir können.

Hier könnt Ihr das komplette Spezial vom Berlin Festival sehen: