Hercules & Love Affair prangert in römischen Lettern vor dem Mischpult des New Yorker Musikprojekts. Die Bühnenshow auf Hangar 5 verkörperte zwar keine spätrömische Dekadenz, dafür aber ein House-Potpourri neo-griechischer Discogötter. Und das nicht mal in Farbe!

Muss Disco immer bunt sein? Bei Hercules & Love Affair nicht umbedingt notwendig! (Foto: Torsten Porstmann)

Bunt waren sie, die Nächte des Studio 54. Doch seit seiner Schließung in den 80er-Jahren fehlt den bisweilen exzentrischen Künstlern der homosexuellen und auch nicht homosexuellen Szene eine kreative Zufluchtsstätte. Diese scheint DJ Andy Butler – die heutige Show ganz in schwarz-weiß arrangierend – den New Yorker Künstlern seit drei Jahren zu bieten.

Vor dem Auftritt auf dem Berlin Festival eine kurze Schrecksekunde: Andrew Butler musste sich vom Festivaldoktor durchchecken lassen. Doch früh war klar, dass die Show nicht gefährdet sein würde. Letztendlich konnten die Beschwerden so schlimm nicht gewesen sein. Denn wem es nicht gut geht, würde nicht Oberkörper frei auf der Bühne feiern. Oder doch? Eine hohe Bühnenpräsenz ist jedenfalls, komme was wolle, eines der obersten Gebote von Hercules & Love Affair.

In einer elektrisierenden Show spielte sich das extravagante Sammelsurium um den New Yorker Künstler Butler mit den Debüt-Hits Blind und You Belong so langsam warm. Doch weil auch 2011 das 70s/80s-Disco-Revival weiter geht, berauschten sie mit Dicso-House in seiner druckvollsten Vollendung, also My House, das Publikum vor der Stage.

Hercules & Love Affair beim Berlin Festival 2011 (Foto: Torsten Porstmann)