Ein seltenes Vergnügen, wenn man dann tatsächlich als Journalist mal richtig vor die Bühne darf. Buraka Som Sistema durfte ich nicht verpassen und ein Fischbrötchen – welches ich mir mühsam zusammenschnorren musste – später befand ich mich ziemlich nah an der Hangar-5-Stage, kam mir anfänglich als Einzelner etwas erbärmlich vor, roch aber zu diesem Zeitpunkt noch relativ angenehm und bewegte mich nur zum Luft holen. Einiges änderte sich in den nächsten 60 Minuten.  

Kalaf Ângelo

Kalaf Ângelo

Die portugiesische Crew bestehend aus Rui Pité (DJ Riot), Andro Carvalho (Conductor) and Kalaf Ângelo betrat gemeinsam mit einer minder bekleideten Dame, die aber wohl von Auftritt zu Auftritt ausgetauscht wird pünktlich die Bühne und legte direkt mit ihrem aktuellen Track Hangover(BaBaBa) los, welcher das Gehirn der Mitfeiernden schon sehr ausdrücklich auf die nächste Stunde voller afrikanisch anmutender Kodurotracks vorbereitete. Mächtige Beats, Drums und Bässe, viele lustige kleine Bewegungseinlagen und ca. 40 Festivalmädchen auf der Bühne ließen den folgenden Auftritt wie im Flug vergehen.

Andro Carvalho

Andro Carvalho

 

Musikalisch darf man keine anspruchsvollen Luftsprünge erwarten, es ging exotisch, intensiv und mit Unterstützung einer Super Soaker sogar ordentlich nass zur Sache. Buraka Som Sistema machen pure Tanzmucke, die aber sowohl Hip Hop Fans, Technonasen und sogar Indiekids gleichermaßen gefallen kann, wenn man nur ein wenig das Gefühl hat das Blut manchmal ne Ecke hemmungsloser wallen lassen zu wollen, als bei der örtlichen Elektrodisse. Zudem fühlt man sich irgendwie erfrischter, als mal wieder zu dem nächsten generen Reggaetontrack abzugehen, wobei die musikalischen Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen sind. Ich konnte die Gaudi dementsprechend auch nüchtern wunderbar genießen, muss mir nur noch einen nicht ganz so platzintensiven Tanzstil zu diesen verrückten Portugiesen überlegen. Oder es einfach bei kontrollierter Ekstase belassen. Wegue Wegue Wegue!

Buraka Som Sistema – Kalemba