Endlich scheint die Sonne! Gerade pünktlich zum Beginn des zweiten Festivaltages lassen sich die wohl letzten Sommersonnenstrahlen blicken und die Laune auf dem Gelände steigt. Gestiegen ist auch der Lautstärkepegel beim Auftritt des Londoner Minimal-Dub-Duo Mount Kimbie.

Den Sound in der ersten Reihe kann man in etwa so beschreiben, als stünde man unter den Triebwerken einer Boeing auf dem noch aktiven Flughafen Tempelhof. Nein, ganz so schlimm ist es dann doch nicht – aber die Soundteppiche, die Kai Campos und Dom Maker kreieren, verlangen nach einer gewissen Klarheit, die wir auf dieser Bühne leider nicht vorfinden, so dass uns die präventiv herbeigeschafften pop10-Ohrstöpsel aus den Händen gerissen werden.

Mount Kimble stehen nicht für ordinären Haudrauf-Dub, sondern können für sich einen eigenen, viel ruhigeren Stil beanspruchen, der auch Elemente von Ambientmusic und – für Vollelektroniker ungewöhnlich – auf die Gitarreneinsatz zurückgreift. James Blake lässt grüßen, der auch mit dem Duo befreundet ist.

Die Songstruktur der Mischpultler beginnt meist mit einem Beat, der dann geloopt, verquickt und weiter mit verschiedenen Samples aufgefrischt wird. Das ist hübsch anzuhören, zieht mir jetzt aber nicht den Boden unter den Füßen weg. Auch wenn der spärlich gebrauchte Gesang eingesetzt wird, muss man sagen, dass die Klasse eines James Blake fehlt.

Es bleibt festzustellen: Mount Kimbie machen Chill-Out-Dub, der einfallsreich strukturiert wird, aber den typischen Dubsteb-Dancemove verweigert, was man sich in Anbetracht der noch frühen Uhrzeit einfach für den späten Abend aufhebt!