Der gemeinsame Auftritt von Robyn und Röyksopp auf dem Melt! stellte für viele Besucher im Vorfeld schon das Highlight des Festival-Freitags dar. Schließlich sollte es der einzige Auftritt auf deutschem Boden sein, den die beiden Künstler in diesem Sommer zusammen absolvieren würden. Anlass ist die gemeinsame EP “Do It Again”, die im Mai diesen Jahres erschienen ist. Doch der Auftritt auf dem Melt! lag hinter den Erwartungen vieler Zuschauer zurück.

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Insgesamt hatten Robyn und Röyksopp auf eine eher experimentelle Performance gesetzt. Die erste der zwei Stunden Spielzeit übernahm das Techno-Duo Röyksopp komplett, bevor gegen 1 Uhr Robyn in überhohen Boots auf die Bühne schritt. Ab jetzt brachten vor allem die Röyksopp-tauglichen Versionen ihrer Songs “Be Mine”, “Dancing On My Own”, “Indestructible” und “Tell Your Girlfriend” die Menge zum Toben.

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Nach ca. einer halben Stunde Spielzeit begann schließlich der angedachte Höhepunkt der gemeinsamen Performance, der einen Outfitwechsel der Akteure sowie den Start der Film- und Fotografieerlaubnis der Journalisten vor Ort beinhaltete.

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Eingeläutet wurde das Finale durch futuristisch angehauchte Experimental-Klänge, die mich spontan an den Elektrohit “14 Zero Zero” von Console aus dem Jahr 1999 erinnerten.
Es folgten 3 Songs aus der aktuellen EP “Do It Again” sowie das ebenfalls gemeinsam verfasste Lied “The Girl And The Robot” aus dem Jahr 2009.

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Die neuen Songs taten live das, was sie auch schon auf der EP gemacht haben: Sie enttäuschten. Lieb- und belanglose Elektrosongs, die klingen, als seien sie beim gemeinsamen Nachmittagskaffee entstanden. Die Lyrics erinnern eher an Robyns ebenfalls zum Besten gegebene Glanzleistung “Stars 4-ever” – ein Song, der fast ausschließlich aus der ständigen Wiederholung der Textzeile “Me and you together, Stars forever” besteht – als an ihre oben genannten Pop-Hymnen.

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Dazu eine Bühnenshow, die eine Mischung aus David Bowie, Daft Punk und Depeche Mode darzustellen schien. Die Bandmitglieder trugen silberne, enganliegende Masken, während sich Robyn in einem silbernen Glitzerfummel auf dem Boden wälzte. Dies hinterließ bei einigen Besuchern ratlose Gesichter. Erst der letzte Song, die aktuelle Mitgröhl-Single “Do It Again”, schaffte es, die Menge aus einer leichten Schockstarre zurückzuholen.

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Ein insgesamt eher durchwachsener Auftritt also, an den viele Besucher im Vorfeld hohe Erwartungen gestellt hatten. Gut, dass die beiden Künstler auch noch Jahre später aus ihren Meilensteinen der vergangenen zehn Jahre schöpfen können. Die Ergebnisse ihrer aktuellen, gemeinsamen Kollaboration können nämlich leider nicht überzeugen.

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(Alle Fotos © Torsten Porstmann)