Die Welt geht unter und alle schauen zu

Die Welt geht unter und alle schauen zu

Es gibt Filme, die sieht man im Fernsehen.

Es gibt Filme, die schaut man auf DVD und es gibt Filme, die muss man auf einer großen Kinoleinwand sehen (Hoffentlich bald überall in 3D).

Roland Emmerichs neues Zerstörungsepos „2012“ ist definitiv so ein Film!

Ohne wirklich Viel vorweg zu nehmen ist klar: Am Ende ist alles kaputt!
Also die Erde!
Schade ums „Weiße Haus“ und den „Strip“ in Las Vegas, aber zu einem richtigen Weltuntergangsfilm gehört es Abschied zu nehmen.

http://www.youtube.com/watch?v=hN7PgpbGI8Y

Und ein wenig Berieselung ist so ein Film ja auch, besonders am Wochenende, oder?

Und ein wenig Berieselung ist so ein Film ja auch, besonders am Wochenende, oder?

Genau das wollte ich machen und habe mich getraut -
getraut ins Kino an einem Samstagabend.
700 Sitzplätze, 500 verkauft – 22:45 Uhr.

Es wird dunkel.  Popcorn-Gewitter klingt durch die Reihen – dumme Kommentare auch.
Werbung: „Das hier sind wir – Sachsen – Anhalt“.
“Ab Dezember im Kino“, „Will noch wer ein Eis?“

Der Film fängt an. Wird Zeit, ist auch nur 2,5 Stunden lang.

Keine 10 Minuten braucht es, bis die erste Katastrophe passiert.
Die Story ist simpel und jeder kann sie nachvollziehen, auch wenn es wissenschaftlicher Blödsinn ist.
Die Sonne sendet irgendwelche Strahlen, der Erdkern wird noch heißer, als er eh schon ist und die Kruste, auf der wir alle sitzen, schmilzt dahin.

Die Welt geht unter und Afrika am Ende auf! Das ganze passiert im Jahr 2012, weil die Maja einfach vergessen haben ihren Kalender weiter zu schreiben und deshalb nimmt der Durchschnitts -Verschwörungstheoretiker an, dass sie das Ende der Welt schon vor 500 Jahren gesehen haben.

Aber warum ist das Alles eine Ausgehempfehlung wert?

Der Film nimmt sich nicht ernst. Die Charaktere sind alle samt eine Überzeichnung üblicher Klischees und der Anspruch an „2012“ ist nicht gutes Schauspiel – hat man in diesem Fall als Zuschauer auch weder ein Interesse, noch eine Möglichkeit sich darauf zu konzentrieren.
Nein, es geht darum das Ende der Welt zu sehen und das optisch so realistisch, wie möglich.
Und dafür hatte Roland Emmerich ja Jahre lang Zeit zu üben.

Am Ende ist ALLES geschafft, was ein Weltuntergangsfilm auch schaffen muss:
einen Helden aus einem Lebensversager zu generieren (Jackson, gespielt von John Cusack), ein geschiedenes Ehepaar wieder zu vereinen, alle widerlichen Figuren des Handlungsstrangs sterben zu lassen, einen amerikanischen Präsidenten als Menschen zu zeigen, ein Liebespäarchen aus den üblichen Verdächtigen zu bilden, Eine Ansprache an die Welt und am Ende doch noch Hoffnung auf eine bessere Welt stehen zu lassen.
Das Gute beim Verlassen des Kinos: man findet plötzlich die gewöhnliche Welt total top, weil
keine 3 Kilometer hohe Flutwelle einbricht… in die Brandenburgerstrasse.