Die von Radiohead-Frontmann Thom Yorke ins Leben gerufene Superband Atoms for Peace hat vor kurzem ihr Album AMOK veröffentlicht. Mitglieder des 2009 gestarteten Projekts sind Radioread-Produzent Nigel Godrich, Joey Waronker (Beck, REM), Percussionist Mauro Refosco und Flea, Bassist der Red Hot Chili Peppers.

Alles fing an, als Yorke sein Solo-Album Eraser live vertonen wollte und sich dafür besagte Künstler ins Studio holte. Bald wurde aus dem Zusammentreffen mehr, es entstand die so oft betitelte Supergroup, jedoch damals noch ohne feste Ziele, wohin und wie groß das ganze wachsen sollte. Zu Beginn trat die Gruppe noch unter mystischen Namen wie “??????“ oder “Thom Yorke????“ auf, 2010 dann unter dem Namen Atoms for Peace, der nun in aller Munde ist.

In verrücktem, wildem und expressionistischem Tanz bewegt sich Yorke mit Gegenwartsänzerin Fukiko Takase im Video zu Ingenue.

In der Pop10 Studioshow stellte ich die Band Moderator Maurice Gajda vor.

Amok ist im Februar auf XL Recordings erschienen, das unter anderem The XX, Adele und Jack White beherbergt. Kurz zuvor war das Album auf der Bandseite im Stream verfügbar. Zu hören ist die körperlose melodische Stimme von Thom Yorke, hinterlegt von sorgsam eingesetzten Beats, Synthesizerklängen und Percussions. Von Chili Peppers, Beck, geschweige denn R.E.M. ist hier wahrlich nichts mehr zu hören. Eher könnte man meinen, es handele sich hier um den Nachfolger des letzten Radiohead-Albums King of the Limbs – an dem tatsächlich im Spätsommer diesen Jahres gearbeitet werden soll. Lässt man sich von diesem Detail nicht beirren, kann sich mancher von den melancholischen, vielschichtigen Stimmungen der Musik mitziehen lassen. Elektronische Beats und Schlagzeug sind eng miteinander verwoben. Die Vereinigung von Synthetischem und Natürlichem bietet wie auch bei Radiohead eine malerische Klangkulisse für Yorkes Stimme. AMOK klingt rythmisch komplex und nachsinnend, agil und unbeweglich zugleich. Laut Pitchfork fühlt es sich sogar an wie Jogging auf der Stelle, Es funktioniert daher sicher nicht bei jedem Hörer – und viele haben bei der Besetzung vermutich auch etwas anderes erwartet.

Der Name der Gruppe leitet sich übrigens aus einer Rede des amerikanischen Präsidenten Eisenhower in den 50er Jahren ab, in der er über die friedlichen Nutzung der Kernenergie spricht. Ein gleichnamiger Song fand sich bereits auf Yorkes Soloalbum Eraser. Der Zusammenhalt der Band nährt sich laut Yorke übrigens unter anderem aus einer gemeinsamen Schwärmerei für Afrobeat-Musik a la Fela Kuti. Zu hören ist das in der gemeinsamen Musik aber (leider?) kaum.

Live-Termine

  • 08.03.2013 Berlin, Berghain (ausverkauft)
  • 10.07.2013 München, Zenith
  • 19.07.2013 auf dem Melt!-Festival

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