Johnny Rotten

Johnny Rotten

„Popkultur ist unser Motor und Musik das Öl mit dem er geschmiert wird“ so das Motto von pop10. Das diese Motor nicht nur Öl sonder auch Zündkerzen benötigt um zu laufen wissen wir alle. Diese Zündkerze ist das Salz in der Suppe und wird oft liebevoll als Eskapade und Skandal betitelt. Ob es nun weibisches Gezanke zwischen Bands oder handfeste no go´s sind – an Unterhaltungswert fehlt es nie.

Folter à la Trent Reznor

Trent Reznor

Trent Reznor von den Nine Inch Nails muss schon heftig geschluckt haben, als der 43Jährige erfuhr, dass man seine musikalischen Werke im Gefangenenlager Guantanamo Bay als wirksame Foltermethode nutzt. Zu den Vorgängen äußert sich der Sänger der Industrial-Band empört. Mit den Worten „beleidigend, erniedrigend und entrüstend“ beschreibt er seine Gefühle gegenüber dem Missbrauch der Werke in die er so viel Herzblut steckte (www.ninblogs.wordpress.com). Weiter sagt er in seinem Blog: „Gott sei Dank ist dieses Land zur Vernunft gekommen und hat die Bush-Administration mit ihrer Politik der Macht, des Neids, der Gesetzlosigkeit und des Wahnsinns hinter sich gelassen.“

John Lydon und Kele Okereke prügeln sich beim Summercase 2008
Wir schreiben Samstag den 19. Juli 2008 und befinden uns im schönen Barcelona bei einem der am schnellsten wachsenden Indie-Festivals weltweit – dem Summercase. Der Sommer spielt sich jedoch nur auf der Bühne ab, während im Backstage ein ganz anderer Wind weht. Gar rau und stürmisch wurde es, als Kele Okereke,

Sänger der mittlerweile aufgelösten Band Bloc Party, ein bisschen mit John Lydon von den Sex Pistols zu plaudern gedachte. Auf eine Frage an Lydon zu dessen zweiten Band Public Image Ltd reagierte dieser plötzlich ruppig wie wenn man Konstantin Wecker sein Koks klaut. Nachdem ein paar rassistische Bemerkungen den Fluchtweg über Lydons Schandmaul nahmen kam es zu einer A-Promi-Prügelei, die ihres gleichen sucht. Im Ring standen neben den eben genannten Protagonisten auch Ricky Wilson von den Kaiser Chiefs und mein Lieblingsleichtgewicht Yannis Philippakis von den Foals.

Nun waren Okerekes´ Probleme anscheinend weitaus größer als seine „schwarze Einstellung“

Nun waren Okerekes´ Probleme anscheinend weitaus größer als seine „schwarze Einstellung (wie Lydon wohl ironisch behauptete). Während der Prügelei zog er sich mehrere Wunden im Gesicht und eine aufgeplatzte Lippe zu. Da ist er noch verhältnismäßig gut bei weggekommen, wo man doch hört, dass die spanischen Securities nicht gerade zimperlich mit den Raufbolden umgegangen sind. Schläge hier und Handschellen da beendeten den Rummel zumindest physisch. Handgreiflich wurde man im Anschluss lediglich in Interviews, wo eine Anschuldigung die andere jagt. Eingangs war Okereke noch verhalten: “Jemand, der so respektiert und intelligent ist wie Lydon, sollte es besser wissen, als die Rasse so schnell ins Spiel zu bringen“. Lydon daurauf schon klarer: „Wenn man sich auf einem Festival befindet, bei dem sich neidische Idioten aufhalten, entstehen üblicherweise schnell Lügen und Verwirrung. Wenn sie so dringend Publicity brauchen, verrennen sie sich in einem Universum von Anschuldigungen“. Doch dar meiner Meinung nach nicht er das letzte Wort in diesem Spiel haben soll gibt’s noch ein Statement von Okereke, von dem ich weiß, über wen er nachts träumt: “I only have one thing to say about that man — John Lydon is the devil in my eyes.“ Na dann.. gute Nacht.